
Hautpflege
Diese Übersicht bündelt praxisnahe Empfehlungen für die tägliche Hautpflege: von grundlegenden Pflegeschritten und Anti-Aging-Tipps über die richtige Versorgung kleiner Hautverletzungen und Juckreiz bis hin zu Sonnenschutz, Haar- und Kopfhautpflege sowie Nagelpflege. So erhalten Sie fundiertes, dermatologisch abgesichertes Wissen für den Alltag – kompakt und verständlich aufbereitet.
Diese Empfehlungen ersetzen keine individuelle Hautanalyse. Bei Fragen zu Ihrer Pflegeroutine oder bei Hautveränderungen können Sie auch meine telemedizinische Beratung nutzen – bei akuten Beschwerden, starken Reizungen oder plötzlichen Hautveränderungen empfehlen ich eine umgehende persönliche Vorstellung bei einem Hautarzt.
Die richtige Sonnencreme wählen
Fachlich geprüft von Katri Hackländer, Fachärztin für Dermatologie, 05.09.2026
Sonnencreme ist ein Baustein neben Schatten und Kleidung, kein Freibrief für langes Braten in der Sonne. UV-Strahlung erreicht die Haut auch bei Bewölkung und spiegelt sich an Wasser, Sand, Schnee und hellem Boden. Der UV-Index in Wetter-Apps hilft: Ab Index 3 lohnt konsequenter Schutz. Die Strahlung ist um die Mittagsstunden am stärksten.
Ein Solarium ist keine sichere Alternative. Die Strahlung ist konzentriert. Bräune bedeutet Zellbelastung, keine Impfung gegen Sonnenbrand.
Ich erläutere, worauf Sie in Deutschland auf der Packung achten können. Der Lichtschutzfaktor (LSF) entspricht dem internationalen SPF. In den USA gelten andere Untergrenzen und eine andere Zulassung der Filter – für den Einkauf hier zählt die EU-Kennzeichnung.
Was auf der Packung stehen sollte
- LSF 30 oder höher zum Schutz vor UVB (Sonnenbrand). Höhere Zahlen bedeuten mehr Brandschutz, aber keinen Grund, länger ungeschützt zu bleiben. Der LSF ist kein Stunden-Multiplikator („LSF 30 = 30 Stunden“ ist falsch). Er beschreibt, wie viel UVB die Creme im Labor mindert, nicht eine feste Uhrzeit.
- UVA-Schutz: UVA-Siegel im Kreis ist ein offizielles Symbol der Europäischen Union für Sonnencremes. Es zeigt, dass auch der längerwellige UVA-Anteil berücksichtigt ist. UVA trägt stärker zu vorzeitiger Hautalterung bei, UVB stärker zum Sonnenbrand; beide können das Hautkrebsrisiko erhöhen.
- Wasserfestigkeit ist zeitlich begrenzt (häufig 40 oder 80 Minuten beim Schwitzen oder Baden). „Wasserdicht“ gibt es nicht. Wasser kühlt, deshalb merkt man den Brand oft zu spät. Nach dem Abtrocknen neu auftragen.
- Haltbarkeit: Symbol des geöffneten Tiegels mit Monatsangabe nach dem Öffnen. Ohne Datum und nach mehreren Jahren eher entsorgen. Hitze im Auto schadet dem Filter; Tube im Schatten oder in ein Tuch wickeln.
Creme, Lotion, Gel, Stift oder Spray: Die Form ändert nichts daran, dass genug Menge auf die Haut muss. Spray nicht ins Gesicht sprühen, sondern in die Hand geben. Manche Sprays sind entzündlich – nicht in der Nähe offener Flamme oder beim Grillen. Getönte Präparate mit Eisenoxiden können zusätzlich sichtbares Licht abschirmen; das ist vor allem bei Pigmentflecken eine Ergänzung, kein Ersatz für LSF und UVA-Siegel.
Kleidung und Schatten zuerst
Ein Hut mit Krempe schützt Stirn, Ohren und Nacken besser als ein Schildcappe. Dicht gewebte, lange Stoffe lassen weniger UV durch als nasse, dünne Hemden. Sonnenbrillen mit CE-Kennzeichnung und seitlichem Schutz schonen die Augen. Kleinkinder unter sechs Monaten möglichst nicht in die pralle Sonne; über Sonnencreme in diesem Alter den Arzt fragen. Für ältere Kinder gelten dieselben Prinzipien: Schatten, Kleidung, dann Creme auf die freie Haut.
Auftragen
Die meisten Menschen tragen zu dünn auf; dann liegt der tatsächliche Schutz unter dem aufgedruckten LSF. Für den ganzen Körper eines Erwachsenen gelten in britischen Patienteninformationen etwa 6 bis 8 Teelöffel als Richtgröße. Gesicht, Ohren, Nacken, Handrücken, Fußrücken, Haaransatz, Lippen (Stift mit LSF) und unbehaarte Kopfhaut werden oft vergessen.
Vor dem Hinausgehen auftragen, großzügig verteilen, alle zwei Stunden und nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen erneuern. Wer früh aufträgt und noch einmal direkt vor dem Losgehen nachlegt, erreicht eher die nötige Menge.
Wer besonders aufpassen sollte
Helle Haut, Sommersprossen, rötliches Haar, viele Muttermale, frühere Sonnenbrände, Hautkrankheiten, Urlaub in starker Sonne nach einem Winter ohne Gewöhnung, Arbeit im Freien. Dunklere Haut brennt seltener, ist aber nicht immun gegen UV-Schäden und Hautkrebs. Medikamente können lichtempfindlich machen – Packungsbeilage achten und Arzt fragen.
Vitamin D
Schutz vor Verbrennung und ein vernünftiges Maß an Tageslicht für Vitamin D gehören zusammen. Kleinkinder erhalten in Deutschland oft zusätzlich Vitamin-D-Tropfen – das klären Sie mit der Kinderarztpraxis.
Wann Sie ärztlich abklären sollten
Bei Unverträglichkeit einer Creme, bei sehr heller oder muttermalreicher Haut, nach Organtransplantation oder wenn Medikamente die Lichtempfindlichkeit erhöhen, lohnt eine individuelle Beratung. Veränderungen von Muttermalen zeitnah vorstellen. Was eine Foto-Beratung leisten kann: Grenzen der Online-Beratung. Wer die Haut bereits verbrannt hat, findet Hinweise unter Sonnenbrand behandeln.
Quellen
Faktenkern, originäre Formulierung. Abruf 01.09.2026.
- NHS, „Sunscreen and sun safety“ – LSF 30, UVA-Kreis, Menge, Kinder, UV-Index, Kleidung, kein sicheres Bräunen. OGL v3.0. https://www.nhs.uk/live-well/seasonal-health/sunscreen-and-sun-safety/
- FDA, „Sunscreen: How to Help Protect Your Skin from the Sun“ – Auftragen, wasserresistent vs. wasserdicht, Lagerung, Säuglinge, Spray/Flamme, LSF ist kein Zeitfaktor. Public Domain. https://www.fda.gov/drugs/understanding-over-counter-medicines/sunscreen-how-help-protect-your-skin-sun
- CDC, „Reducing Risk for Skin Cancer“ – Schatten, Kleidung, Hut, UV-Index, Solarium. Public Domain. https://www.cdc.gov/skin-cancer/prevention/index.html
- AAD, how to select a sunscreen – ergänzend: Wasserfestigkeit 40/80 Minuten, getönter Schutz mit Eisenoxid bei Pigment. https://www.aad.org/public/everyday-care/sun-protection/shade-clothing-sunscreen/how-to-select-sunscreen
