
Hautpflege
Diese Übersicht bündelt praxisnahe Empfehlungen für die tägliche Hautpflege: von grundlegenden Pflegeschritten und Anti-Aging-Tipps über die richtige Versorgung kleiner Hautverletzungen und Juckreiz bis hin zu Sonnenschutz, Haar- und Kopfhautpflege sowie Nagelpflege. So erhalten Sie fundiertes, dermatologisch abgesichertes Wissen für den Alltag – kompakt und verständlich aufbereitet.
Diese Empfehlungen ersetzen keine individuelle Hautanalyse. Bei Fragen zu Ihrer Pflegeroutine oder bei Hautveränderungen können Sie auch meine telemedizinische Beratung nutzen – bei akuten Beschwerden, starken Reizungen oder plötzlichen Hautveränderungen empfehlen ich eine umgehende persönliche Vorstellung bei einem Hautarzt.
Sonnenbrand behandeln
Fachlich geprüft von Katri Hackländer, Fachärztin für Dermatologie, 05.09.2026
Sonnenbrand ist eine Entzündung der Haut durch zu viel ultraviolette Strahlung. UV geht durch Wolken, wirkt auch bei kühlem Wind und spiegelt sich an Wasser, Sand, Schnee und hellem Boden. Sie können sich auch in Deutschland verbrennen, nicht nur im Urlaub. Ein Sonnenbrand erhöht das Risiko für Hautkrebs. Eine Bräune ist kein gesunder Schutz: Die Haut hat bereits Zellen verloren oder geschädigt, wenn sie nachdunkelt.
Die Haut fühlt sich heiß und schmerzhaft an, später schuppt sie oft. Auf sehr heller Haut sieht man Rötung deutlich. Auf brauner oder schwarzer Haut ändert sich die Farbe weniger – die Haut kann trotzdem heiß, schmerzhaft und später schuppig sein. Blasen bedeuten einen schwereren Schaden. Unbehandelt klingt ein üblicher Sonnenbrand oft innerhalb etwa einer Woche ab.
Ich beschreibe, was Sie selbst tun können, wenn die Haut bereits verbrannt ist – und wann Hilfe nötig ist.
Was Sie selbst tun können
Gehen Sie aus der Sonne, am besten nach drinnen. Kühlen Sie die Haut mit einer lauwarmen bis kühlen Dusche, einem Bad oder feuchten Tüchern. Kleinkinder dabei nicht auskühlen lassen.
Danach eine unparfümierte Feuchtigkeitspflege oder ein After-Sun-Präparat auf noch leicht feuchte Haut, zum Beispiel mit Aloe vera oder Dexpanthenol. Ein lauwarmes Bad mit Haferzusatz kann Juckreiz und Spannungsgefühl mildern. Viel Wasser trinken, Alkohol meiden: Die Haut zieht Flüssigkeit an die Oberfläche, der übrige Körper kann leichter austrocknen. Bei Schmerzen und Schwellung können Paracetamol oder Ibuprofen nach Packungsbeilage die Entzündungssymptome lindern. Den Apotheker fragen, wenn Unsicherheit bei Dosis oder Begleiterkrankungen besteht.
Halten Sie die verbrannte Haut bedeckt, bis Rötung und Schmerz abgeklungen sind. Enge Kleidung reibt. Schuppung nach einigen Tagen ist häufig; die Haut darunter ist empfindlich und braucht weiter Lichtschutz.
Was ich nicht empfehle
Kein Eis direkt auf die Haut (Kälteschaden). Kein dicker Vaseline-Film als „Versiegelung“ auf den frischen Sonnenbrand. Blasen bedeuten einen schwereren Schaden: nicht aufstechen, sauber halten und mit einem lockeren Verband schützen, bis sie von selbst abheilen. Sich lösende Haut nicht abziehen. Keine engen Stoffe auf die schmerzende Fläche.
Augen und Hitze
UV kann die Augenoberfläche ähnlich einem Sonnenbrand reizen, besonders bei Spiegelung durch Wasser oder Schnee. Nicht in die Sonne starren. Bei starkem Unwohlsein, Verwirrtheit, sehr hoher Temperatur oder Schüttelfrost kann eine Hitzeschädigung dazukommen – das ist dringlicher als die Hautrötung allein.
Wann Sie ärztlich abklären sollten
Wenn sich Blasen oder eine starke Schwellung bilden, Fieber oder Schüttelfrost auftreten, Sie sich sehr krank, schwindelig oder übel fühlen, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe dazukommen, oder ein Säugling bzw. Kleinkind verbrannt ist: zeitnah medizinische Hilfe suchen. Schwerer Sonnenbrand kann mit Hitzerschöpfung oder Hitzschlag einhergehen.
Verändert sich später ein Muttermal in Größe, Form oder Farbe, sollte das der Arzt einordnen – unabhängig vom aktuellen Sonnenbrand. Mehr unter Grenzen der Online-Beratung. Vorbeugend: Die richtige Sonnencreme wählen.
Quellen
Faktenkern, originäre Formulierung. Abruf 01.09.2026.
- NHS, „Sunburn“ – Selbsthilfe, Verbote, Warnzeichen, Verlauf etwa 7 Tage. OGL v3.0. https://www.nhs.uk/conditions/sunburn/
- MedlinePlus, „Sun Exposure“ – UV-Schaden, Bräune als Zellbelastung, ganzjährig. NLM. https://medlineplus.gov/sunexposure.html
- CDC, „Reducing Risk for Skin Cancer“ – UV ganzjährig, Spiegelung, keine Solarien. Public Domain. https://www.cdc.gov/skin-cancer/prevention/index.html
- NHS, „Sunscreen and sun safety“ – Augen, kein sicheres Bräunen. OGL v3.0. https://www.nhs.uk/live-well/seasonal-health/sunscreen-and-sun-safety/
- AAD, treat sunburn – ergänzend: Pflege auf feuchter Haut (Aloe/Soja), Haferbad oder Calamine, Ibuprofen bei Schwellung, Blasen sauber halten. https://www.aad.org/public/everyday-care/injured-skin/burns/treat-sunburn
