
Hautpflege
Diese Übersicht bündelt praxisnahe Empfehlungen für die tägliche Hautpflege: von grundlegenden Pflegeschritten und Anti-Aging-Tipps über die richtige Versorgung kleiner Hautverletzungen und Juckreiz bis hin zu Sonnenschutz, Haar- und Kopfhautpflege sowie Nagelpflege. So erhalten Sie fundiertes, dermatologisch abgesichertes Wissen für den Alltag – kompakt und verständlich aufbereitet.
Diese Empfehlungen ersetzen keine individuelle Hautanalyse. Bei Fragen zu Ihrer Pflegeroutine oder bei Hautveränderungen können Sie auch meine telemedizinische Beratung nutzen – bei akuten Beschwerden, starken Reizungen oder plötzlichen Hautveränderungen empfehlen ich eine umgehende persönliche Vorstellung bei einem Hautarzt.
Gesicht richtig waschen
Fachlich geprüft von Katri Hackländer, Fachärztin für Dermatologie, 05.09.2026
Wie Sie das Gesicht reinigen, beeinflusst, ob die Haut danach beruhigt oder gereizt wirkt. Ich erläutere hier eine ruhige, alltagstaugliche Orientierung – ohne Produktempfehlung und ohne individuelle Diagnose.
Die Haut ist das größte Organ. Was Sie sehen, ist die Oberhaut (Epidermis). Darunter liegen Lederhaut und Unterhaut mit Blutgefäßen, Nerven, Schweiß- und Talgdrüsen. An der Oberfläche ist die Haut leicht sauer (im Mittel um pH 4,7). Dieser Film, oft Säureschutzmantel genannt, hält viele Keime in Schach. Viele Stückseifen liegen deutlich im alkalischen Bereich (etwa pH 9 bis 10). Das kann den Säureschutzmantel vorübergehend stören. Die Haut spannt dann, wird rissig oder produziert als Ausgleich mehr Talg.
Für das Gesicht eignet sich deshalb oft eine milde, für das Gesicht vorgesehene Reinigung besser als eine kräftige Haushaltsseife. Mittel mit hohem Alkoholanteil trocknen zusätzlich aus.
So wasche ich das Gesicht im Alltag
Nehmen Sie lauwarmes Wasser. Sehr heißes Wasser trocknet stärker aus und kann Juckreiz fördern. Verteilen Sie die Reinigung mit den Fingerspitzen, ohne zu scheuern. Grobes Reiben, harte Bürsten, grobe Waschlappen oder Netzschwämme belasten die Barriere, vor allem wenn die Haut schon gereizt ist.
Spülen Sie gründlich nach, damit keine Tensidreste bleiben. Die können weiter reizen, wenn sie eintrocknen. Tupfen Sie das Gesicht mit einem sauberen, weichen Tuch ab, statt es trocken zu reiben. Ein täglich gewechseltes Handtuch nur für das Gesicht ist praktischer als ein Handtuch, das schon den ganzen Körper abgetrocknet hat.
Wenn die Haut zur Trockenheit neigt, kann eine rückfettende Waschlotion oder ein Syndet sinnvoller sein als schäumende Seife. Solche Mittel schäumen oft kaum – das ist kein Zeichen, dass sie „nicht wirken“. Der NHS beschreibt sie als Waschersatz bei trockener oder juckender Haut: eine kleine Menge in der feuchten Hand verreiben, auftragen, abspülen, abtupfen.
Wasserfeste Sonnencreme und festes Make-up lösen sich in Wasser allein oft schlecht. Manche Menschen nehmen zuerst ein fettlösendes Abschminkmittel und danach die gewohnte wässrige Reinigung. Wichtig ist das Ergebnis: keine klebrigen Reste, kein Brennen, kein starkes Spannen.
Wie oft?
Für viele Menschen reichen morgens und abends. Zusätzlich nach starkem Schwitzen, möglichst bald, weil Schweiß unter Mütze, Helm oder beim Sport auf der Haut liegen bleiben und reizen kann. Häufigeres Waschen mit aggressiven Mitteln kann die Haut austrocknen. Die Talgdrüsen können dann mehr Fett nachproduzieren – die Haut wirkt anschließend wieder glänzend, obwohl sie eigentlich gereizt ist.
Sehr trockene Haut braucht oft weniger Tensid und mehr Pflege danach. Sehr fettige Haut verträgt meist ein- bis zweimaliges Reinigen, aber weiterhin ohne Schrubben.
Hände waschen bleibt unabhängig davon wichtig, um Keime nicht ins Gesicht zu tragen. Die Hände vertragen häufigeres Waschen besser, wenn Sie sie anschließend eincremen.
Danach pflegen
Nach dem Abtupfen ist ein guter Zeitpunkt für eine verträgliche Feuchtigkeitspflege, besonders wenn die Haut trocken oder juckend ist. Um die Augen herum nur leicht tupfen, nicht ziehen. Die Haut dort ist dünner.
Wer tagsüber in die Sonne geht, schließt die Morgenroutine mit einem Sonnenschutz ab. Die Reinigung ersetzt den Lichtschutz nicht.
Wann Sie ärztlich abklären sollten
Wenn das Waschen regelmäßig brennt, die Haut aufreißt, sich entzündet, Pickel nach dem Waschen deutlich zunehmen oder Sie unsicher sind, welches Mittel zu Ihrem Hautzustand passt, gehört das in eine ärztliche Einschätzung. Mehr dazu unter Grenzen der Online-Beratung.
Quellen
Faktenkern, originäre Formulierung. Abruf 01.09.2026.
- Wikipedia, „Cleanser“ – Haut-pH, alkalische Seife, Poren, zweistufige Reinigung. Lizenz: CC BY-SA. https://en.wikipedia.org/wiki/Cleanser
- NIAMS/NIH, „Healthy Skin Matters“ – Schichten der Haut, Waschen, nicht zu heißes Wasser, Feuchtigkeit. Public Domain. https://www.niams.nih.gov/health-topics/kids/healthy-skin
- NHS, „Emollients“ – milde/rückfettende Reinigung, abtupfen, Rutschgefahr. Open Government Licence v3.0. https://www.nhs.uk/conditions/emollients/
- AAD, „Face washing 101“ – ergänzend: alkoholarme Reinigung, Netzschwamm reizt, nach dem Schwitzen möglichst bald waschen. https://www.aad.org/public/everyday-care/skin-care-basics/care/face-washing-101
